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Am 24.06.2018 um 20:57 von Online Redakteur in Neuigkeiten

Jugendpressetag für Gesundheitspolitik 2018

Gesundheit und Politik- wenn man diese beiden Wörter hört, würde man in erster Linie nicht an eine logische Verbindung der beiden denken. Doch die Politik besitzt einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit.

Jens Spahn, der Minister für Gesundheitspolitik, setzt sich dafür ein, dass unser Gesundheits- sowie Pflegesystem verbessert wird. Denn wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass vor allem der ambulante Pflegedienst, aber auch Pflegeheime, unterbesetzt sind. Es fehlt an Personal und das möchte Jens Spahn ändern. Gerade vor ein paar Tagen erst wurde angekündigt, dass der Beitrag zur Pflegeversicherung ab dem 1.01.2019 um 0,3% ansteigen wird. Darunter leiden müssen dafür aber andere Sozialversicherungen, wie z.B. die Arbeitslosenversicherung.

Am 15.06.2018 stellte sich somit der Minister für Gesundheitspolitik, mittlerweile auch als Provokateur des Bundestages bekannt, für eine Pressekonferenz mit Jugendlichen bereit. Der Jugendpressetag im Berliner Ministerium für Gesundheit hat somit 50 jungen JournalistInnen die Chance gegeben, Jens Spahn bezüglich seiner Person und seinen Plänen für unser Gesundheitssystem auszufragen.

Überraschende Blicke waren dann auf vielen Gesichtern, als ebendieser nicht auftauchte, sondern Lutz Stroppe, der Staatssekretär für Gesundheitspolitik. Außerplanmäßig musste Jens Spahn zu wichtigen Abstimmungen in den Bundestag, sodass Lutz Stroppe, als Ersatz, mit Fragen durchlöchert wurde. Nach der Arbeit im Büro Helmut Kohls und des Familienministeriums, ist er im Gesundheitsministerium gelandet. "Aus Erfahrung zeigt sich, dass man große Gestaltungsmacht hat." Ihn erfülle die Aufgabe als Staatssekretär in der Gesundheitspolitik, weil es ein Bereich mit großer Verantwortung sei, in dem er den Menschen helfen könne.

Letztendlich musste er sich Fragen stellen wie:

Was ist die größte Herausforderung der Gesundheitspolitik?

Wie soll dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Folgen für das Gesundheits- und Pflegesystem entgegengewirkt werden?

Und: Ist Gesundheit eine Frage des Geldbeutels?

Zur letzteren Frage gab es keine klare Antwort, jedoch scheint Lutz Stroppe es als gerecht anzusehen, dass Privatversicherte gewisse Vorteile genießen können, da sie in Studien und Forschung, die die Gesundheit betreffen, investieren.

Der demografische Wandel ist für Deutschland die größte Herausforderung in der Gesundheitspolitik aufgrund der zunehmenden Stadt- und Landflucht sowie der Bildung von Landstrichen. Fakt ist, dass es in ländlichen Regionen zu wenige Ärzte gibt, die die ältere Generation behandeln könnte. Dabei kam auch der Generationenvertrag zur Sprache. Da es mehr ältere Leute in Deutschland gibt, ist die finanzielle Belastung hinsichtlich der Sozialversicherungen für die Jüngeren höher, da mehr alte Menschen versorgt werden müssen. Deshalb wird nun der Vorsorgefall eingeführt. Es wird ein Fond errichtet, in den 0,1% des Beitrags für die Pflegeversicherung eingezahlt werden. Das Geld wird dann an die Einzahlenden wieder ausgezahlt, wenn das Alter der Pflege erreicht wird.

Es sollen außerdem auch Arztnetzwerke in ländlichen Regionen geschaffen werden und eventuell eine Übertragung bzw. eine Mitübernahme der ambulanten Versorgung durch Krankenhäuser durchgesetzt werden.

Nach einem kurzen Fotoshooting machte sich die Gruppe dann auf den Weg ins Robert- Koch- Institut (RKI). Nach einer Begrüßung von Herrn Dr. Schaade, gab es eine Vorstellung des KIGGS- Programmes des RKIs, in dem Studien mit Kindern und Jugendlichen gemacht werden, um dessen Gesundheit und dessen Wandel mit der Zeit professionell dokumentieren zu können. So wurden z.B. Studien zum Übergewicht und Adipositas, aber auch zum Rauchen im Kindes- und Jugendalter, durchgeführt. Danach gab es noch eine kleine Führung durch das Museum des RKIs in dem man unter anderem die Entstehung und Entwicklung des Instituts betrachten konnte, aber auch Studien, die Robert Koch selbst durchgeführt hatte.

Nach dem Besuch des RKIs endete der Jugendpressetag und der Tag konnte mit einem gemütlichen Bummel durch Berlin beendet werden.

Es hat wieder mal viel Spaß gemacht am Jugendpressetag teilzunehmen und neue journalistische Erfahrungen zu sammeln!

Und wieder einmal wurde uns bewusst gemacht: Die Politiker wollen immer noch viel. Ob sie ihre Ziele bald erreichen, werden wir sehen und das weitere Geschehen somit gespannt beobachten!

Celine Norden (11/7)