27. May, 26 • 2 Kommentare
Schon der Titel des Schulmusicals zeigt den überaus kreativen Umgang mit Sprache, literarischen Zitaten und philosophischen Anspielungen.
Der empfindsame Werther bei Goethe wurde zu Edgar Wibeau, dem rebellischen Funktionärssohn, bei Ulrich Plenzdorf. Dessen Fassung haben die SchülerInnen im Sommer 2025 gelesen, im Writers Camp diskutiert und ihren Protagonisten dann Walter- Wolle- Bülow genannt. Der versucht seinen Weg zu finden. Hauptsächlich will er unbedingt anders sein. Am 20. und 27. Mai wurde das Musical vor begeistertem Publikum aufgeführt.
Zeitgemäß geht es natürlich auch um Klimakrise, Boomer, dysfunktionale Familien, Leere, Sehnsucht nach der ganzen großen Veränderung der Welt und es gibt mit K auch (k) eine stumpfe Alternative.
Mit riesiger Spielfreude und ganz wunderbaren Ideen erzählen DarstellerInnen, TänzerInnen und Bands seine Geschichte. Er ist durchaus rebellisch, hat kein konkretes Ziel, lebt in einer Patchworkfamilie, die ihn zunächst eher einsetzt als ernst nimmt. Wolle spielt in der Band Brigade, die unter dem von Herrn Tönse verkörperten Lehrer Schnackmann leidet. Wunderbar ist die Idee mit Plakaten zur freien Meinungsäußerung, ein Thema, das uns alle aktuell sehr bewegt. Und Wolle verliebt sich in die ein wenig ältere Charlie, die er unbedingt beeindrucken will, obwohl sie ihn auch so schon mag.
Die Bands All you need und Soulicious rocken die Bühne. Viele Titel regen zum Mitsingen an. Das Repertoire der Bands ist vielseitig!
Wie schon bei seinen Vorgängern endet es nicht gut für Wolle, obwohl eigentlich gerade alles gut ist.
Edgar Wibeau soll in den neuen Leiden sagen, wer sein Vorbild ist. Seine Antwort lautet: Mein Vorbild ist Edgar Wibeau, ich möchte so werden, wie er einmal wird. Jugendliche wie Wolle, mit Chaos, Herz, Idealen, Freunden und ja, auch Optimismus, braucht die Welt.
Herzlichen Dank an Herrn Dr. Riemer, Frau Gottwald, Frau Brinkmann und Herrn Wöller für die Begleitung des großen kreativen Teams, allen voran Friedrich und Sarah. Ihr ward wirklich beeindruckend und habt alle ZuschauerInnen und sicher auch euch selbst eine tolle Zeit bereitet.
Wolle sagt am Ende, seid auf jeden Fall ihr selbst, denn anders sind schon alle anderen. Was für eine Erkenntnis! So, spread your wings and fly away!

